Symposium / Abschluss Tag des guten Lebens 2020.

Am kommenden Samstag, den 31.10.20 findet um 16 Uhr das Abschluss-Symposium “Klima- und menschengerechte Stadt” des dezentralen Tag des Guten Lebens im Wandelwerk, dem Transformationszentrum für den sozial-ökologischen Wandel, statt.

Dabei gilt: #StayHome, aber sei online dabei! 

In unserem ersten Live-Stream, teilen wir Impressionen aus den Demonstrationsstraßen und gehen in Diskurs über eine menschen- und klimagerechte Stadt der Zukunft.

Es wird Impulsvorträge und Redebeiträge zu den Themen “Mobilität & sichere Straßen”, “Grün und Essbare Stadt” durch die Kidical Mass und den Ernährungsrat geben. Außerdem werden wir über Nachbarschaft, Kultur und Visionen für die Stadt der Zukunft sprechen.

Der Livestream wird mit einem Rückblick auf das Projekt Tag des Guten Lebens und die Durchführung eines neuen Freiraum-Straßen Formats in diesem Jahr beginnen. Im Anschluss daran finden die interaktiven Impulsvorträge mit anschließender Diskussion zwischen Vortragenden, Vertreter*innen und Akteur*innen aus den Straßen und dem Wandelwerk statt.

Für euch gibt es die Möglichkeit Live an der Diskussion teilzunehmen. Fragen zu stellen oder Kommentare zu der Diskussion beizusteuern – Wir freuen uns auf euch!

Weitere Infos und der Link zum Live-Stream folgen 🙂 

Eine Veranstaltung der Agora Köln für den Tag des guten Lebens 2020, in Kooperation mit dem Wandelwerk Köln und mit freundlicher Unterstützung der Koordinationsstelle Klimaschutz der Stadt Köln

Die Straße ist für alle da – wir fordern mehr Platz für Begegnung und Verbindung

Am 4. Oktober 2020 demonstrierten die Nachbar:innen des Nußberger Pfads und des Spielplatzes für sichere und freie Straßen für Erwachsene und Kinder. Von 13 bis 17 Uhr wurde in Ossendorf der Nußberger Pfad und ein kleiner Bereich vor dem Spielplatz gesperrt, sodass der Straßenraum für alle Beteiligten der Demonstration nutzbar gemacht wurde.

Ein Raum für alle Generationen

Am Nußberger Pfad treffen zwei Welten aufeinander. Auf der einen Seite ein klassisches Wohnviertel im Umbruch. Hier mischen sich Menschen, die seit Jahrzehnten im Viertel wohnen, mit Familien, die in den letzten Jahren neu hinzugezogen sind. Auf der anderen Straßenseite baut die Ehrenfelder Genossenschaft – die “Ossendorfer Gartenhöfe” wurden abgerissen und neu gebaut – mit einem zusätzlichen Geschoss und mehr Wohnraum als vorher. In der Tiefgarage gibt es Parkplätze, oberirdisch eine Cambio-Carsharing-Station.  Die Demo hatten Anwohner aus beiden Bereichen gemeinsam entwickelt und angemeldet.

Als Demoorganisator:innen forderten sie einen öffentlichen Raum, in dem sich alle zuhause fühlen. Sie machten sich dafür stark, dass der bereits vorhandene Spielplatz erhalten und aufgewertet wird und somit ein neuer Platz für Begegnungen werden soll. Gerade für die schwächsten Verkehrsteilnehmer:innen setzte die Demonstration mit Forderungen nach sicheren Schulwegen und sicheren Straßen ein Zeichen. Denn besonders in Wohnvierteln braucht es mehr verkehrsberuhigte Bereiche oder Spielstraßen, damit die Kinder ohne Gefahren und Angst auf der Straße spielen können.

Lebensraum Straße

In Zeiten von Corona braucht es mehr öffentlich zugängliche Räume, sowohl draußen als auch drinnen. Die Demonstration setzte ein Zeichen dafür wie schnell man in dieser Zeit, in der es viele Einschränkungen im öffentlichen Raum gibt, in der es zu wenig Spielräume für Kinder gibt, einen sicheren Begegnungsort für Nachbarschaften schaffen kann, der lokal und corona-konform funktioniert. Nämlich einfach indem man die Straße für den motorisierten Verkehr sperrt. Wie Nachbarschaft gestärkt, Grünflächen und Orte für Begegnung geschaffen werden können diskutierten innerhalb der Demonstration in einem halbstündigen Plenum Redner:innen aus verschiedenen Bereichen. Josef Wirges, Bezirksbürgermeister von Ehrenfeld, Volker Ermert von der Gartenwerkstatt Ehrenfeld, Anna Genser und Georg Hohnsen, als Vertreter:innnen der Nachbarschaft und Martin Herrndorf von der Agora Köln diskutierten gemeinsam, wie sich im Stadtviertel auf ruhigere Wohnviertel und sicheren Raum und sichere Straßen schaffen lassen. Dann konnten Demonstrationsbesucher:innen und Nachbar:innen in offener Runde und ihre Fragen, Ideen und Anmerkungen äußern.

Nachhaltige Stadtentwicklung

Ein Zeichen für eine Stadt mit alternativer Mobilität und die Schaffung der fairen Verteilung von öffentlichen Verkehrsflächen setzte der Redebeitrag von Rolf Beierling-Hemonet vom Bündnis Verkehrswende. Das Bündnis fordert, dass Politik und Stadtverwaltung mehr Mittel und Möglichkeiten für die Verkehrswende in Köln bereitstellen sollen. Die Gartenwerkstatt Ehrenfeld betonte in ihrem Redebeitrag die Wichtigkeit von Gartenprojekten in öffentlichen Räumen, da diese Menschen aller Kulturen und jeden Alters im urbanen Raum zusammenbringen, zum Austausch einladen und währendessen das Stadtklima mit kleinen Grünoasen verbessern und eine nachhaltige Veränderung des Stadtraumes fördern. Innerhalb der Demonstration fand mit dem Hintergrund von nachhaltiger Stadtentwicklung ein Vortrag und eine Führung innerhalb der Gemeinschaftsgärten am Nußberger Pfad in Ossendorf statt.

Neben der Redebeiträge wurden die Forderungen der Demonstration durch Musikbeiträge der Rochus Musikschule und ein nachbarschaftlich organisiertes Konzert der Ukulele Combo unterstützt.

Öffentlichen Raum nutzen und pflegen

Wir wollen nicht nur mehr freie Flächen im öffentlichen Raum sondern wir wollen auch zeigen, dass man mit diesen Flächen gut umgehen soll, damit sie für alle nutzbar sind und auch nutzbar bleiben. Deswegen fand im Rahmen der Demonstration eine Müllsammelaktion der Kölner-Rhein-Aufräum-Kommando-Einheit (K.R.A.K.E) auf dem Spielplatz und umliegenden Straßen statt bei der Kinder und Erwachsene aus der Nachbarschaft und Demonstrationsbesucher:innen teilnehmen und mithelfen konnten. Die K.R.A.K.E setzt sich mittlerweile kölnweit für ehrenamtliche Aufräum und Clean-Up Aktionen ein und übernimmt damit Verantwortung für die Grün- und Straßenflächen in Köln. Vor Ort konnten sich Demonstrationsbesucher:innen und Interessierte über aktuelle Projekte und Termine an ihrem Vereinsstand informieren.

Tag des guten Lebens – stadtweit und dezentral

Zur Umsetzung eines dezentralen Tag des guten Lebens ruft die Agora Köln in 2020 zu Demos für mehr Freiraum und Begegnungsorte auf. 

Auch im Oktober werden Nachbar:innen und Initiativen weiterer Stadtviertel Kölns eine andere Aufteilung und Nutzung des öffentlich Raums sowie sozialen Zusammenhalt, Klimaschutz, mehr Grün oder eine andere Mobilität einfordern.

Langfristig die Lebensqualität in unseren Straßen verbessern

Unter der Forderung “Mehr Grün im Grau – Lebensraum statt Straße” demonstrierten am Sonntag, den 27.09.2020, die Anwohner:innen und Nachbar:innen der Geisselstraße für eine neue Gestaltung der Straße.

Von 12 bis 18 Uhr wurde die Straße für den motorisierten Verkehr gesperrt. Dadurch wurde sie zum sicheren Lebensraum umgewandelt und frei nutzbar für die Akteur:innen und Gäste der Demonstration gemacht.

Mehr Freiraum für Menschen, Pflanzen und Begegnung

Die Demo-Organisator:innen sprachen sich für bessere Lebensqualität in der Stadt aus: „Langfristig soll die Lebensqualität erhöht werden, indem der Raum zwischen den Häusern – das, was wir Straße nennen – (wieder) zu einem Lebensraum für die Bewohner:innen wird. Wir haben gelernt, Straße als Verkehrsader und Abstellplatz für Verkehrsmittel zu begreifen, mit uns als Anwohner:innen. Damit haben wir uns nicht nur der Möglichkeiten zu Aufenthalt und Begegnung beraubt, sondern auch die Belastungen und Gefährdungen der hier lebenden Menschen erhöht.“

Mit ihrer Demonstration zeigten die Organisator:innen auf, wie der Lebensraum Straße in Zukunft aussehen soll und kann. Die gesamte Demonstration über gab es in der Geisselstraße Redebeiträge und Forderungen unterschiedlicher Akteur:innen für die Straße der Zukunft. Mit dabei waren Julia Lottmann mit dem Gogomobil, ein offener ca. 2,5m langer Handkarren, der wie ein Auto am Straßenrand geparkt wird. Durch seine integrierte Sitzfläche bietet es Raum für Begegnung und Austausch direkt vor Ort in einer Parkbucht. Auch die Wanderbaumallee Köln, unterstützt vom VCD, schafft mit ihrem Projekt Bäumen in Holzmodulen mit Sitzfläche eine Möglichkeit zur Begegnung im öffentlichen Raum. Ein ähnliches Ziel hat das “Projekt Mut zur Lücke” der AGORA Köln, in dem sechs Parklücken durch anwohnende Nachbar:innen umgestaltet wurden und im Aktionszeitraum April bis Ende Oktober 2020 Anwohner:innen und Gästen zur Verfügung standen anstatt, parkenden Autos.

Alle Akteur:innen sprachen sich in ihren Redebeiträgen auf der Demo für die Wichtigkeit der Neu-Nutzung von Flächen im öffentlichen Raum, insbesondere in Nachbarschaftsstraßen, aus. 

Gemeinsame Stadtentwicklung durch Partizipation

Eine partizipative Stadtentwicklung hilft dabei den städtischen Raum mit der in ihr lebenden Bevölkerung gemeinsam zu gestalten und weiterzuentwickeln. Hier wird gemeinsam gestaltet und diskutiert, auch mit der Stadtverwaltung und der Politik, anstatt auf  Änderungen “von oben” zu warten.  Bei der Demonstration in der Geisselstraße wurde im offenen Diskurs in einem Plenum darüber gesprochen, was zeitnah in der Straße verändert werden soll und was bei der Bezirksvertretung beantragt werden könnte. Gesammelte Vorschläge waren unter anderem Begrünung und Bepflanzung der Straße, Freiflächen für lokale Begegnung und Spiel in der Straße, neuen Parkraum für Fahrräder und Verkehrsberuhigung z.B. durch ein Tempolimit. Die Ergebnisse wurden direkt in der Straße festgehalten und der Austausch stärkte das Netzwerk der Nachbarschaft sodass weitere Nachtreffen der Nachbarschaft stattfinden werden. Die künftig gemeinsam ausgearbeiteten Forderungen sollen der Bezirksvertretung Ehrenfeld übergeben werden.

Raum für Begegnung und Urbanes Gärtnern

Neben Musikbeiträgen einiger Nachbar:innen gab es Vorträge über urbanes Gärtnern. Die frei gewordene Straße bot den Kindern und Erwachsenen der Geisselstraße Raum für Spielaktionsflächen. Ein Nachbar nutzte die frei gewordene Straße direkt für eine Draußen-Fahrradwerkstatt. Gerade in der aktuelle Zeit braucht es mehr lokale Aufenthaltsräume im öffentlichen Raum bei denen Austausch, Gespräche und Begegnungen mit sicherem Abstand möglich gemacht werden. Dies wurde bei der Demonstration vorgelebt.

Tag des guten Lebens – stadtweit und dezentral

Zur Umsetzung eines dezentralen Tag des guten Lebens ruft die Agora Köln in 2020 zu Demos für mehr Freiraum und Begegnungsorte auf. 

Auch im Oktober werden Nachbar*innen und Initiativen weiterer Stadtviertel Kölns eine andere Aufteilung und Nutzung des öffentlich Raums sowie sozialen Zusammenhalt, Klimaschutz, mehr Grün oder eine andere Mobilität einfordern.

Beschlossene Sache – trotzdem wartet die Eburonenstraße seit vier Jahren

Am 26.09.2020 demonstrierten die Anwohner:innen der Eburonenstraße unter der Forderung “Uns’ Strooß soll schöner werden – Versprochen ist versprochen!!” für die tatsächliche Durchführung und Realisierung der durch die Stadt genehmigten Beschlüsse. Hierfür wurde die Straße von 15-20 Uhr für Anwohner:innen, Akteur:innen und Demonstrationsbesucher:innen gesperrt.

Zu den Beschlüssen für die Eburonenstraße gehören zwei Bäume, breitere Gehsteige durch die Umwandlung von 3 PKW Stellflächen zur Errichtung von Fahrradnadeln und eine Einrichtung der Einbahnstraße in Fahrtrichtung zur Mainzerstraße. Außerdem forderten die Organisator:innen der Demonstration mehr Platz für nachbarschaftliche Begegnungsräume.

Eine Gemeinschaft für zukünftiges Leben in der Stadt

Wie in vielen Straßen Kölns ist es auch in der Eburonenstraße ein Problem, dass die Straße als Abkürzung genutzt wird und viele Autos nachmittags und am frühen Abend deutlich schneller als erlaubt fahren. Auch sind die Gehsteige nicht nur durch Autos zugeparkt sondern werden durch abgestellte Fahrräder blockiert, da keine Möglichkeit besteht die Fahrräder anderweitig sicher abzuschließen. Daher wünschen sich die Anwohner:innen eine Veränderung ihrer Straße. Die politischen Beschlüsse sind da, jedoch bisher nicht umgesetzt. Deswegen demonstrierten trotz regnerischem Wetter die Anwohner:innen der Eburonenstraße, eingeladene Akteur:innen und Gäste am Samstag von 15-20 Uhr für ihre Forderungen.

Zum Austausch innerhalb der Nachbarschaft wurden alle Beschlüsse öffentlich ausgelegt und direkt auf der Straße diskutiert. Auch das Plenum, bei dem Dirk und Kerstin Zurek (Anwohner:innen), Antje Kosubek (Fraktionsvorsitzende, Bündnis 90/die Grünen), Andreas Hupke (Bezirksbürgermeister des Stadtbezirks Köln-Innenstadt, Bündnis 90/die Grünen), Tim Cremer (Mitglied der Bezirksvertretung Innenstadt, SPD) anwesend waren, bot ein Raum für den Austausch aller Beteiligten. Alle Anwohner:innen der Straße wurden zur anschließenden Diskussion eingeladen. Hierdurch wurde versucht gemeinsam mit Nachbar:innen und Politiker:innen eine Lösung zu finden.

Raum für Begegnung

An das Plenum anknüpfend wurde eine Begehung der Straße durchgeführt, bei der die Anwohner:innen gemeinsam Visionen, Wünsche und Planungen für die Umsetzung der Beschlüsse in der Straße festhielten und diese mit einer Aufforderung an die Stadt weitergeben werden. Für mehr Grün in den Straßen setzten die Demo-Organisator:innen durch einen Pflanzworkshop mit Kindern ein Zeichen. Auch das vom VCD Köln getragene Projekt der Wanderbaumallee Köln sprach sich in ihrer Rede für mehr Grün in der Eburonenstraße aus. Gemeinsam entstand die Idee, mit den Modulen der Wanderbaumallee die mögliche Bepflanzung der Eburonenstraße im nächsten Jahr zu testen. 

Ein weiteres Zeichen für nachhaltige und zukunftsorientierte Stadtentwicklung wurde durch Redebeiträge des gemeinnützigen Vereins K.R.A.K.E (Kölner Rhein-Aufräum-Kommando-Einheit) gesetzt, die mit ihren ehrenamtlichen Müllsammelaktionen am Rhein und mittlerweile kölnweit unterwegs sind. Mit dem Farradverleih Donk-EE konnten die Anwesenden eine Testfahrt mit dem Lastenrad auf der gesperrten Straße unternehmen.  Agora Köln e.V. sprach als Unterstützer der Demonstration über das aktuelle Projekt im Vrings-. und Pantaleonsvertel – “Mut zur Lücke” – in dem durch partizipative Stadtentwicklung mit und vor allem von Nachbar:innen Parkplätze zu Orten der Nachbarschaft und Begegnung umgewandelt wurden.

Es braucht mehr Freiraum

Wie schön es sein könnte, wenn die Beschlüsse der Bezirksvertretung schon Wirklichkeit wären, aber auch der dringende Wunsch nach öffentlichem Freiraum, zeigte die Demonstration in der Eburonenstraße deutlich auf. Wenn neue, sichere, lokale, öffentliche Räume geschaffen werden und für die Menschen der Stadt nutzbar gemacht werden, kann darin etwas entstehen und es kann ein sicheres soziales Miteinander mit Vernetzung und Austausch gelebt werden. Gerade in Zeiten der Covid-19 Pandemie braucht es öffentliche DRAUßEN-Räume, in denen sich Menschen mit ausreichend Abstand begegnen können. Insbesondere Kinder benötigen weiteren, altersgerechten Freiraum neben gegebenenfalls überfüllten Spielplätzen. Für Erwachsene werden Drinnen-Räume aufgrund bestehender Abstandsregeln und Hygienevorschriften immer schwerer für Zusammenkünfte nutzbar. 

Die Straße ist ein ebensolcher öffentlicher Raum, für den ein Neu-Denken, dh. eine Neugestaltung unter Einbeziehung der gemeinsamen Wünsche und Bedarfe der Anwohner:innen gefordert wurde.

Tag des guten Lebens – stadtweit und dezentral

Zur Umsetzung eines dezentralen Tag des guten Lebens ruft die Agora Köln in 2020 zu Demos für mehr Freiraum und Begegnungsorte auf. Auch im Oktober werden Nachbar:innen und Initiativen weiterer Stadtviertel Kölns eine andere Aufteilung und Nutzung des öffentlich Raums sowie sozialen Zusammenhalt, Klimaschutz, mehr Grün oder eine andere Mobilität einfordern.

Freiraum für eine sichere und nachhaltige Mobilität

Nachbarschaftsdemonstration für sichere Straßen und Freiraum, Foto: AGORA Köln/Martin Herrndorf

Zum europaweiten autofreien Tag wurden am Dienstagnachmittag, den 22.09.2020 ganze 5 Straßen innerhalb des Rathenauviertels rund um den Rathenauplatz für Kinder und Erwachsene gesperrt. Die Akteure der Spiel- und Nachbarschaftsstraßen Demonstration forderten ein Kinderfreundliches Rathenauviertel.

Initiiert durch die Kidical Mass, Nachbar:innen und Akteure des Rathenauviertels wurden die Lochnerstraße, die Boisseréestraße, die Straße am Rathenauplatz und die Görresstraße gesperrt. Die Demo-Organisator:innen setzten durch die Sperrung der Straßen ein Zeichen für die Umverteilung des freien öffentlichen Raumes in Köln.

Mehr Freiräume und Begegnungsorte im öffentlichen Raum

Der öffentliche Raum wird derzeit noch sehr zugunsten des Autoverkehrs aufgeteilt, alle anderen – Fußgänger:innen, Radfahrer:innen, E-Roller-Fahrer:innen, Kinderwagen, … – müssen um vergleichsweise wenig Fläche konkurrieren und der zur Verfügung stehende Raum auf der Straße wird immer kleiner. 

Im Rahmen der Versammlung wurde Kindern und Erwachsenen die Möglichkeit gegeben, den Straßenraum frei von Gefahren und Fahrzeugen zu erleben und für ihr Recht auf Bewegung und Spiel zu nutzen. Wie gut sich eine Stadt mit mehr Platz für Menschen und weniger Platz für Autos anfühlt, konnten alle Teilnehmenden der Demonstration von 15-19 Uhr erleben.

Sich sicher auf der Straße bewegen

Die Straße wurde für alle Anwohner:innen und Demoteilnehmer:innen zugänglich gemacht, sodass trotz Coronavirus ein sicheres, nachbarschaftliches Miteinander möglich wurde und Platz für alle geschafft wurde. Dutzende Erwachsene und Kinder nutzen aktiv den freigewordenen Straßenraum z.B. mit Federballspiel, Fußball, Fangen, Skaten, Kreidemalen Scootern und Inlinern, Sitzen und Verweilen auf der Straße. Denn die Autofreiheit und die Sperren haben den Straßenraum zu einem sicheren Aufenthaltsraum umgewandelt. Und so konnten an diesem Tag insbesondere die Kinder die Straße nicht länger als Angstraum, bei dem sie stets aufpassen müssen – sondern als Lebensraum nutzen, wahrnehmen und auskosten.

Die Stephan Lochner Schule beteiligte sich mit einem Straßenparkour und einer Spielestation. Mit der Demonstration wurde auch ein Zeichen für sichere Schulwege in ganz Köln gesetzt, denn der tägliche Schulweg vieler Kinder birgt viele Einschränkungen und Gefahren durch den Kölner Stadtverkehr.

Neben Mitmach- und Kunstaktionen für Kinder von Maribel Chavez und der Galerie Daneben, einem Schnick-Schnack-Schnuck Turnier für Jung und Alt, syrischem Rap von Abdul Rahman, Kindergeschichten von Greg Zimmermann, französische Kinderlieder von Sylvia Oisel, Musikbeiträge von der Band Nepomuk Clausen stand direkt am Rathenauplatz auch das BUGS Spielmobil der offenen Kinder- und Jugendarbeit des Caritas Verbands und stellte Spielmaterial zur Verfügung und informierte Eltern über Angebote und Beratung. 

Nachhaltige Mobilität, nachhaltige Lebensweise

Anlässlich des europaweiten autofreien Tages setzten die Demonstrationsorganisator:innen durch den geschaffenen autofreien Bereich ein Zeichen für nachhaltige Mobilität und für die Verkehrswende. Die Forderungen nach mehr Platz zum Spielen, für Begegnungen und Aufenthalten, nach freiem, öffentlichem und sicherem Raum wurde durch die Erweiterung des Verkehrsraumes für Kinder in den Straßen an dem Tag direkt gelebt und umgesetzt.

Andreas Hupke, Bezirksbürgermeister des Stadtbezirks Köln-Innenstadt und der VCD Köln mit dem Projekt Wanderbaumallee Köln unterstützen durch ihre Redebeiträge die Forderungen nach Umverteilung öffentlicher Flächen.

Mit einem Infostand waren auch Tatort – Straßen der Welt e.V. – dabei und informierten über ihr Engagement für Entwicklungs- und Kinderrechtsprojekten auf den Phillippinen, gemeinsam mit der Kinderschutzorganisation PREDA.

Tag des guten Lebens – stadtweit und dezentral

Zur Umsetzung eines dezentralen Tag des guten Lebens ruft die Agora Köln in 2020 bis zum 31. Oktober zu Demos für mehr Freiraum und Begegnungsorte auf. 

Auch in den kommenden Wochen werden Nachbar*innen und Initiativen weiterer Stadtviertel Kölns eine andere Aufteilung und Nutzung des öffentlich Raums sowie sozialen Zusammenhalt, Klimaschutz, mehr Grün oder eine andere Mobilität einfordern.

Die Zehntstraße fordert mehr Freiraum für musikalische und kulturelle Vielfalt in Köln

Mit der Forderung nach mehr öffentlichen Freiräumen für Musik und Kultur und für den Erhalt der musikalischen und kulturellen Vielfalt Köln-Mülheims, besonders bedingt durch die aktuelle Situation, demonstrierten am Samstag den 19.09 die Anwohner*innen, Akteure und Musiker:innen aus dem Mülheimer Viertel rund um die Zehntstraße.

Der öffentliche Raum wurde an diesem Tag zu einem Freiraum für sich organisch entwickelnde Musik und Kultur aus dem Viertel. Ein antirassistischer Begegnungsort und Bühne für musikalische und kulturelle Vielfalt wurde geschaffen. Vor allem in Zeiten von Corona, ist es wichtig,dass der öffentliche Raum für Musiker:innen und Künstler:innen nutzbar gemacht wird. Beim aktuellen Sterben diverser festinstallierter Kölner Kulturorte, fordern die Akteure nachhaltige Konzertstrukturen und Auftrittsmöglichkeiten.

Für ein Recht auf Freiraum für Musik und Kultur

Im Zeitraum von 14-20 Uhr setzten die Demo-Organisator:innen durch die Sperrung der Zehntstraße von der Holweider Str. bis zur Bergisch Gladbacher Str. ein Zeichen für den Erhalt von öffentlichen Konzertstrukturen in ganz Köln, speziell in Köln-Mülheim. Der entstandene Freiraum bot den Akteuren, Nachbar:innen und Musiker:innen einen Platz um sich für die Kultur in der Krise stark zu machen und von ihren eigenen Erfahrungen und Auswirkungen der Krise auf ihre Lebensumstände zu berichten. Durch den entstandenen Freiraum konnten alle Demoteilnehmer:innen sich sicher auf der Straße bewegen, die Straße als Lebensraum und als Bühne unter freiem Himmel nutzen, grade jetzt wo diverse Kulturorte auf längere Zeit geschlossen waren und noch sind.

Freiraum für Musik forderten alle teilnehmenden Bands und Musiker:innen durch Rede-und Musikbeiträge – mit dabei waren Planet Maus, Bastian Röstel, Jenny Thiele, The Bottom Line, Rhine Surfer und der unabhängige Radiosender 674fm. Auch Nachbar:innen hielten ihre Forderungen für Freiraum in der Stadt direkt beim Plakat-Workshop auf der Straße fest.

Musik gegen Rassismus

Die Musikbeiträge sollten nicht nur auf den Erhalt der Musikkultur und kleinerer Konzertstätten hinweisen sondern auch aufzeigen welche Kraft Musik im Kampf gegen den Rassismus hat. Oskar und Moritz von Kein Veedel für Rassismus und die Band Belitzki spielten ua. antirassistische Songs und setzten durch ihre Musik ein Zeichen gegen den Rassismus in Köln.

Tag des guten Lebens – stadtweit und dezentral

Zur Umsetzung eines dezentralen Tag des guten Lebens ruft die Agora Köln in 2020 zu Demos für mehr Freiraum und Begegnungsorte auf. Als dritte Demonstration im Rahmen des Tag des guten Lebens dezentral forderten die Akteure in der Zehntstraße Freiraum für Musik und den Erhalt von kultureller Vielfalt. 

Auch in den kommenden Wochen werden Nachbar*innen und Initiativen weiterer Stadtviertel Kölns eine andere Aufteilung und Nutzung des öffentlich Raums sowie sozialen Zusammenhalt, Klimaschutz, mehr Grün oder eine andere Mobilität einfordern.

Die Montanusstraße fordert mehr Freiraum in Köln-Mülheim

Pop-up Orchester Sounds of Buchheim. Foto: AGORA Köln/Martin Herrndorf

Am 20.09 forderten Nachbar*innen und Akteure der Montanusstraße mehr Lebensräume für Menschen, Tiere und Pflanzen in unserer Stadt. Nicht nur ein Teil der Montanusstraße, sondern auch der Vorplatz des Mülheimer Bahnhofs wurde von den Demo-Organisator:innen genutzt.

Raum für Austausch und Begegnung

Die gesperrte Demonstrationsfläche bat Platz für zwei Bühnen, Informationsstände, Sitzgelegenheiten, Spielen und Austausch direkt auf der Straße. In vielen Redebeiträgen, durch Musik und Walking Acts forderten Nachbar:innen, Vereine und Gäste Freiraum und eine neue Aufteilung der Straße.

Kein Veedel für Rassismus, die WIKU (Willkommenskultur in Köln-Mülheim) und das Allerweltshaus setzten an diesem Tag ein Zeichen gegen den Rassismus und forderten in ihren Redebeiträgen Raum für eine bunte, gleichberechtigte und friedliche Gesellschaft. Zudem wurde auf das Verschwinden von Kultur- und Begegnungsräumen und die bestehende Problematik des bezahlbaren Wohnraums in Köln aufmerksam gemacht.

Mitten auf der Montanusstraße setze auch der U- wie Unverpackt Laden ein Zeichen für Umweltschutz und nachhaltigen Konsum und informierte über die baldige Entstehung des ersten Unverpackt Laden auf der Schäl Sick.

Neben der freigewordenen Straßenfläche boten die als Teil der Demo mit genutzten Sitzlandschaften des Pilotprojekts der DB “Smart City” auf dem Vorplatz des Köln-Mülheimer Bahnhofs den Demoteilnehmenden schöne und grüne Sitz- und Aufenthaltsmöglichkeiten.

Mehr Freiraum für Menschen, Pflanzen und Tiere

Durch den entstandenen Freiraum fand in der Montanusstraße von 12 bis 18 Uhr ein multikulturelles Programm für Groß und Klein statt. Durch den gewonnen Platz wurde ein corona-konformes, sicheres Miteinander der Nachbar:innen und Demoteilnehmer:innen möglich. 

Diverse Mitmach-Aktionen ermöglichten den Kindern sich spielend frei auf der Straße im öffentlichen Raum zu bewegen. Das Clowns-Kongolmerat, als auch der großartige Pototo belustigten mit ihren Tricks und Späßen Jung und Alt und wiesen zudem freundlich und lustig auf den zu bewahrenden 1,5-Meter Sicherheitsabstand in Zeiten von Corona hin.

Raum für Kultur und Musik

Auch Musik und Kultur brauchen einen (Frei-)Raum. Mit freier improvisierter Musik mitten auf der Montanusstraße begeisterte der Kulturbunker am Nachmittag mit seiner Jamsession die Demoteilnehmenden. Auch das Pop-up Orchester Sounds of Buchheim lud aktiv zum Mitmachen ein sodass alle in sicheren Abständen gemeinsam jammen und Musik erleben konnten. Auch beim Perkussion-Workshop wurde eifrig Musik gemacht, und zwar nachhaltig mit aus Müll recycelten Instrumenten. 

Die Forderung der Demo-Organisator:innen nach Freiraum wurde auch durch gesellschaftskritische Texte der Musikgruppen aus dem Veedel und durch die Band JUA unterstützt. Innerhalb einer Sprechperformance wurden zum Beginn und zum Schluss der Demonstration im Vorhinein aufgenommene Wünsche verschiedener Kinder aus Köln-Mülheim abgespielt. Es wurden Wünsche für eine menschenfreundliche und kinderfreundliche Stadt, und Wünsche nach einer umwelt- und klimafreundlichen Welt für Tiere und Pflanzen geäußert.

Tag des guten Lebens – stadtweit und dezentral

Zur Umsetzung eines dezentralen Tag des guten Lebens ruft die Agora Köln in 2020 zu Demos für mehr Freiraum und Begegnungsorte auf. Die Demonstration für Freiraum für Menschen, Tiere und Pflanzen auf der Montanusstraße ist die 4. Straßendemonstration innerhalb des Aktionszeitraums gewesen.

Auch in den kommenden Wochen werden Nachbar*innen und Initiativen weiterer Stadtviertel Kölns eine andere Aufteilung und Nutzung des öffentlich Raums sowie sozialen Zusammenhalt, Klimaschutz, mehr Grün oder eine andere Mobilität einfordern.

Straßenräume der Zukunft – Demos 19.09.2020-27.09.2020

Corona hat unser Leben verändert – wie müssen wir unsere Straßenräume in Zukunft denken? Damit beschäftigen sich Nachbarschaften zusammen mit dem Agora Köln e.V. in ganz Köln. In der zweiten Septemberhälfte nehmen fünf Straßengemein- schaften an Freiraum- und Spielstraßen Demos, im Rahmen des dezentralen Tag des guten Lebens, teil. In Mülheim gibt es ein ganzes Aktionswochenende im Sinne der Bürger:innen.

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Berliner Straße fordert mehr Freiraum in Köln

Am vergangenen Sonntag, dem 6. September 2020, demonstrierten Anwohnende und Akteur*innen der Berliner Straße vom Clevischen Ring bis zur Von Sparr-Straße in Mülheim. Sie forderten: Mehr öffentliche Freiräume für Begegnung und Austausch in der Nachbarschaft, für Kultur und Bildung – auch, um Begegnungsräume zu kompensieren, die auf Grund von Corona in letzter Zeit weggefallen sind.

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Wir drucken auf Recyclingpapier

So digital wir uns beim Tag des guten Lebens und bei der AGORA organisieren und vernetzen, manchmal müssen auch wir auf Papier zurückgreifen – z. B. in Form von Flyern und Plakaten, um auf unsere Aktionen rund um den Tag des guten Lebens aufmerksam zu machen. Dann drucken wir am liebsten auf Recyclingpapier von dieUmweltDruckerei: Mit ihrem Sponsoring und vor allem dem umweltfreundlichen Drucken mittels Ökostrom auf 100% Recyclingpapier unterstützt sie uns grandios bei unserer Arbeit. Vielen Dank dafür!

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